Mittelalterliche Wehranlagen

(Bild: Ostturm mit Stadtmauer & Ev. Kirche Herbstein)
Ursprünglich gab es zwei Tore: Das Untertor im Südosten am unteren Postberg, auch niederes Tor genannt, war das älteste und bedeutendste und mit der Sandsteinfigur des Stadtpatrons, dem heiligen Jakobus dem Älteren, geschmückt. Links vom Untertor gab es das „Gasthaus zum Löwen“, in dem am 2. November 1815 Gebhard Leberecht Blücher gefrühstückt haben soll. Fünf Jahre später wurde das Tor abgebaut.
Genau gegenüberliegend im Nordwesten befand sich das Obertor, das urkundlich 1375 erstmals erwähnt wird. Die jetzt einige Meter weiter am „Bruder-Konrad-Haus“ befindliche Pietà soll die obere Pforte gekrönt haben. Das Neutor wurde über zwei Jahrhunderte später neu in die vorhandene Stadtmauer hinein gebrochen und 1611 erstmals erwähnt. Vor dem neuen Durchgang stand die Statue des heiligen Johannes des Täufers, die jetzt am Pfarrhaus steht.
In die Ringmauer in drei begehbare Türme eingebaut, die genau in die Himmelsrichtungen Norden, Westen und Osten weisen, ein Turm im Süden fehlt. Der Eulenturm im Norden, früher auch Judenturm genannt, ist 25 Meter hoch und hat am Fuße einen Durchmesser von rund fünf Metern. Im Jahre 1970 wurde unterhalb des Turms ein Durchbruch geschaffen, ebenso wie am westlichen Turm, der nur 18 Meter hoch und fünf Meter breit ist. Mit seinem untern Durchmesser von sechs Metern ist der Turm im Osten der mächtigste.