Stadtteil Stockhausen
Stockhausen liegt am Osthang des Vogelsberges und wurde 1972 im Zuge der Gebietsreform in die Stadt Herbstein eingegliedert.
Wann die Siedlung erstanden ist, ist unbekannt, jedoch zeugen von jahrtausendalter menschlicher Kultur die Hügelgräber, die sich ringsrum und in der Gemarkung zahlreich finden. Mehrere wurden geöffnet und man fand darin zwei Lanzenspitzen, eine Dolchklinge, zwei Spiralnadeln, eine Nadel, ein Diadem und einen Schlüssel.
Es gibt verschiedene Vermutungen zur Namensherkunft; am wahrscheinlichsten lässt sich aus der ältesten Form des Namens, Stockhusn, ableiten. Die ersten Häuser wurden zum Schutz vor Wölfen und sonstigen wilden Tieren und gegen Überschwemmungen im sumpfigen Tal, auf hohen Pfosten, als auf Stöcken gebaut. Ähnlich ist eine andere Auslegung: In der keltischen Zeit vor 500 baute die keltische Bevölkerung ihre Siedlungen auf die Höhen, da die Niederungen mit undurchdringlichen Sumpfwäldern bedeckt waren. Die nach dieser Zeit eindringenden Germanen, hier die Chatten, folgten den Fluss- und Bachtälern, die sie rodeten und urbar machten. So rodeten jene auch die Sumpfwälder und gründeten zum Teil auf den stehengebliebenen Baumstöcken ihre Häuser bzw. Siedlung, daher Stock-hausen.
Da die Chatten nach 500 hier eindrangen und Stockhausen schon nach 800 urkundlich erwähnt wurde, muss es in der fränkischen Epoche gegründet worden sein. Schon in sehr alter Zeit war Stockhausen Sitz eines Hoch- oder Blutgerichts, das nicht nur geringe Vergehen ahndete, sondern über Hals und Hand Recht sprach.
882 wurde Stockhausen erstmals urkundlich genannt als Lehen der Abtei Fulda
1428 erfolgte die Übernahme des Gerichts Stockhausen durch die Freiherrn von Riedesel
1558 begann der Bau der Hermannburg und 1603 die Gründung der Freischule
Zwischen 1790 und 1807 erfolgte der Bau des Schlosses auf den Mauern der Hermannsburg
1841 kam es zu Gründung des ersten Dorfkindergarten im ehemaligen Großherzogtum Hessen-Darmstadt
1846 begann der Bau der Kirche
1874 erfolgte die Gründung der Feuerwehr Stockhausen
1880 Gründung der Spar- und Darlehenskasse Stockhausen
1894 Gründung des Gesangvereins Germania Stockhausen als Männergesangverein
1899 zerstörte ein Großbrand den Nord-Ostteil von Stockhausen (22 Wohn- und Nebengebäude)
1899 Gründung des Obst- und Gartenbauvereins Stockhausen
1900 Gründung des Gemischen Chores Germania Stockhausen
1920 Gründung des Sportvereins Stockhausen
1946 Neugründung des Sportvereins Stockhausen
1972 Eingliederung im Zuge der Gebietsreform in die Stadt Herbstein.
Auszug aus der Stockhäuser Geschichte von Hans-Heinz Link