Unser Stadtwappen

In G. der Apostel Jakobus in rotem Mantel mit weißem Untergrund, mit roter Pilgerflasche und rotem Stab hinter silbernem Schild mit zwei gekreuzten roten Pilgerstäben.
Primbs. AZ NF 9, S. 97, benennt zum Jahre 1391 ein Sg., das einen Schild mit Kreuz enthält. Dieser Schild ist wohl identisch mit demjenigen, den das SIGILL (VM) CIVITAT IS) HERBSTEIN des 17. Jhs. (Sgst. im Gemeindebesitz) bringt, das einen Schild mit zwei gekreuzten Walkerhölzer zeigt und als Schildhalter darüber wachsend den zugehörigen Apostel St. Jakobus d. J. in der Rechten einen Stein (vgl. dazu J. Braun Attribute, S 772), in der Linden eine Stange haltend (Abb. bei Günther und Kissel). Daneben findet sich ein kleineres ovales SIGIL (LVM) CIVITA (TIS) HERBSTEIN aus derselben Zeit mit demselben Bild und ein neueres Sg. aus dem frühen 19. Jh. der GR. HESS. BÜRGERMEISTEREI HERBSTEIN (Abb. bei Knodt, Lauterbacher Geschichtsblätter 2, S. 108). Das der Gemeinde 1952 amtlich verliehene obige Wappen stellt sonst eine mißverstandene Wiedergabe des alten, in seinem Aufbau typischen Sgs. dar, das über dem Schild wie üblich wachsend als Schildhalter den örtlichen Patron bringt. Obwohl also mit diesem Schild ein eindeutiges und klares Wappen überliefert ist, hat Hupp infolge der bei ihm üblichen Verwechslung von Wappen und Sg. den im Sgf. der alten Sg. sinnvollen, in einem neuen Ortswappen aber gänzlich unangebrachten Schildhalter als gleichgeordnete Wappenfigur in den Schild aufgenommen und somit den Widerspruch zu seiner eigenen Vorlage, die den Schildhalter natürlich außerhalb des Schildes beläßt, in den Schild selbst gestellt. Das geschichtlich allein begründete Wappen der Stadt ist der Schild mit den beiden gekreuzten Walkenhölzern.
Auszug: Hessisches Wappenbuch - Seite 100 und Seite 106.